Veterinär Mastitisuntersuchungen

   
Obwohl sich der Milchwirtschaftliche Inspektions- und Beratungsdienst (MIBD) aus der Finanzierung der Mastitisdiagnostik zurückgezogen hat, werden noch häufig Milchproben zur Untersuchung auf Mastitiserreger eingesandt. Es besteht zwar die Tendenz die Diagnostik in die Praxis zu verlagern. Eine fundierte Diagnostik, wie sie in einem Labor an der Tagesordnung ist, ist dort jedoch nicht möglich.
   
Mastitisproben werden grundsätzlich nach folgendem Schema untersucht:

   
 
häufigste Fehler bei der Probeentnahme

- mangelhafte Zitzendesinfektion
- Verwendung von Stopfdeckel- anstelle von Schraubdeckelröhrchen (Kontaminationsgefahr)
- ungenügendes Vormelken vor Probeentnahme
   (Kontamination aus Strichkanal: C.bovis, andere Staphylokokken)
 

Anzeichen fehlerhafter Probeentnahmen

- häufige Mischinfektionen
- häufig hämolysierende Bacillus Befunde (ev. Bac. cereus), ohne entsprechende Klinik
 

Gründe für erfolglose Behandlungen

häufig
- Einsatz eines falschen Wirkstoffes*
- Unterdosierung
- zu kurze Applikationsdauer
- Enwtwicklung einer Hefemastitis
- Keim geschützt, z.B. Microabszesse, Gewebsveränderungen, Wirkstoff erreicht Zielort schlecht,
   Abwehrmechanismen des Euters ungenügend

seltener
- a priori schlecht therapierbar z.B. Mycoplasmen, Mycobakterien, Nocardien, alte Staphylokokken-Mastitis

spekulativ
- Ablaufdatum des Medikaments überschritten (insbesondere bei Behandlung durch den Besitzer beachten)